| Beginn des Containerzug-Zeitalters in der Prignitz |
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| Montag, 16. Juli 2007 | |
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Wenn es in Deutschland gelingt, Container zum seeseitigen Umschlag in Orten des Nebenbahnnetzes aufzugeben, ist das ohne Frage schon äußerst bemerkenswert. Liebenthal in der Prignitz kann nicht nur mit diesem Attribut aufwarten, sondern aktuell auch eine Regelmäßigkeit derartiger Transporte vermelden. Das neue „InterKombiExpress“(IKE)-Zugpaar 50021/022 verkehrt unter der Regie der Deutschen Bahn AG, deren Güterverkehrsaktivitäten aktuell unter der Marke „DB logistics“ zusammengefasst worden sind. Als regionaler Partner fungiert in bewährter Manier die Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP). Seit Anfang Juli d. J. werden jeweils am Montagabend leere Container nach Liebenthal zugeführt, die in der Nacht gegen beladene getauscht werden. Nach Abfahrt in Liebenthal am Dienstag gegen 5.00 Uhr wird der Zielbahnhof Bremerhaven-Kaiserhafen in den Nachmittagsstunden erreicht. Versender ist ein holzverarbeitender Betrieb, der seit seiner Gründung im Jahr 1993 – eigenen Angaben zufolge – zu einer der größten und modernsten Produktionsstätten dieser Art in Europa expandiert ist. Hergestellt werden am Standort Heiligengrabe (Liebenthal ist die bahnseitig zugeordnete Betriebsstelle) hochwertige Holzplatten für die Baubranche sowie Laminatfußböden. Das Projekt war nicht frei von Geburtswehen. Zum einen mussten auf dem Firmengelände die Voraussetzungen für den zusätzlichen Containerumschlag geschaffen werden – montags bis freitags wird über diese Anschlussstelle ein reger Einzelwagenverkehr abgewickelt (Details – klicken Sie hier). Zum anderen bestand infolge der Bauarbeiten für den „Prignitz-Express“ – im Frühjahr 2007 war die direkte Strecke Wittenberge – Pritzwalk mehrfach gesperrt worden – die Notwendigkeit, eine effiziente wie kundenorientierte Betriebstechnologie zu finden. Die hat sich jetzt nach dem zweiten Betriebstag herauskristallisiert. Nach Richtungs- und Traktionswechsel in Neustadt (Dosse) erreicht eine Großdiesellok der BR 232 gegen 21 Uhr Pritzwalk, um als Schlusslok eine EGP-Rangierlok der BR 345/346 („Ost-V 60“) aufzunehmen. Nach Erreichen der Ausweichanschlussstelle erfolgt ein „Kopfmachen“, die 346 läuft bei der Einfahrt in das Firmengelände an der Spitze. Retour nach Pritzwalk geht es dann in umgekehrter Reihenfolge, die Railion-232 wechselt dort zur Fahrt nach Neustadt (Dosse) an die Zugspitze. Die Rangierlok ist mit dem ohne notwendigen Rangierbegleiter besetzt, so dass ein zusätzlicher Lokführer entfallen kann. Positiveffekte ergeben sich für die Railion Deutschland AG somit nicht nur durch den Verzicht auf einen zusätzlichen Lokführer, sondern auch durch den Entfall einer zweiten eigenen Lok ab/bis Neustadt. Die Technologie mit Zug- und Schlusslok ist notwendig, weil der Bahnhof Wittstock (Dosse) nicht mehr zum Fahrtrichtungswechsel angelaufen werden kann. Ab 2. Juli 2007 ruht der Verkehr östlich von Liebenthal, um die notwendigen Infrastrukturertüchtigung für den „Prignitz-Express“ im Rahmen einer Streckentotalsperrung durchzuführen. Der Containerzugverkehr in die Prignitz kann als neuerliches Beispiel dafür gelten, welche Synergien möglich sind, wenn Eisenbahnunternehmen insbesondere in der Region auf Kooperation setzen. |
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