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Erfolgreicher Probelauf der Biodieselverladeanlage in Sternberg Drucken E-Mail
Montag, 3. September 2007

Am Spätvormittag des 20. August 2007 erreichte ein erster Kesselwagenzug den Bahnhof von Sternberg in (Nordwest-)Mecklenburg, zugehörig dem Kreis Parchim. In den nächsten Stunden wurde beladen – ohne Probleme und innerhalb des geplanten Zeitraumes. Die eigens auf dem Bahnhofsgelände errichtete Befüllstation, die durch eine unterirdische Pipeline mit dem benachbarten Produktionsstandort der ecoMotion GmbH, Rapsveredelung Mecklenburg, verbunden ist, bestand ihre Bewährungsprobe.

Zufriedenheit allenthalben, als am Abend desselben Tages mehr als 550 Tonnen Biodiesel auf die (Schienen-)Reise nach Hamburg gehen konnten. Die bahnseitige Realisierung erfolgte im Zusammenspiel der Unternehmen Transpetrol GmbH (Auftragnehmer des Probezuges und verantwortlich für die Gestellung der Kesselwagen), HSL-Logistik GmbH (Traktionsleistung bis/ab Sternberg) und Eisenbahngesellschaft Potsdam mbH (EGP), zuständig für die Gestellung orts- und sachkundigen Personals sowie die umfassende Beratung des Kunden in Fragen schienengebundener Transporte. In diesem Zusammenhang wirkt sich natürlich positiv aus, dass die EGP in Bad Kleinen, nicht einmal 30 Bahn-Kilometer von Sternberg entfernt, einen Stützpunkt mit dort stationierter Rangierlok unterhält. Erfolgreicher Güterverkehr „in der Fläche“ braucht regionale Ansprechpartner.

Die Wiederbelebung der Strecke Blankenberg (Meckl) – Sternberg – Dabel gelang in enger Kooperation zwischen der ecoMotion GmbH, die dieses Reststück der vormaligen Wismar-Karower Eisenbahn von DB Netz übernehmen wird, und der Abteilung Infrastruktur der Prignitzer Eisenbahn GmbH (PEG) als künftigem Betriebsführer. Der Bahnhof Sternberg wurde in den vergangenen Wochen für die Zwecke des Warenein- und -ausgangs des Biodieselproduzenten komplett umgebaut und infrastrukturell umfassend ertüchtigt. Insofern hat sich das Magazin „Stern“ in seiner jüngsten Ausgabe (Nr. 36 vom 30.08.2007) mit Sternberg ein völlig unpassendes (Bild-)Beispiel für „verkommene Bahnhöfe und Strecken abseits der Hauptlinien“ ausgesucht.

Die Strecke Blankenberg – Dabel wird künftig als öffentliche Eisenbahninfrastruktur betrieben, die jedem Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Verfügung steht. In Sternberg wie auch Dabel gibt es vielfältige Möglichkeiten des Umschlags Schiene – Straße, insbesondere auch für die Verladung von Holz. Als PDF-Download stellen wir die aktuellen Nutzungsbedingungen der PEG zur Verfügung, klicken Sie hier.

Für das gesamte Bahnhofsareal von Sternberg, einschließlich des vormaligen Empfangsgebäudes, wird derzeit ein Nutzungskonzept erarbeitet. Es bestehen berechtigte Hoffnungen, dass das imposante Backsteingebäude früher selbstverständliche Funktionen wieder übernehmen kann: Visitenkarte des Eisenbahnunternehmens und repräsentatives „Eingangstor“ zur Stadt. 

Weitere Biodieseltransporte ab Sternberg werden in Kürze erfolgen. Am 15. September 2007 steht unter Motto „ecoMotion bewegt – Bahnhofsfest in Sternberg“ eine öffentliche Veranstaltung rund um diese erfolgreich revitalisierte Bahnhofsanlage auf dem Programm, Einzelheiten sind einem separaten Infoblatt zu entnehmen, klicken Sie hier. Mit Einheimischen und Gästen soll auch der 120. Geburtstag der Bahnlinie gefeiert werden. Die vorgesehenen Pendelfahrten mit einem der legendären Schienenbusse der PEG zu einem eher symbolischen Fahrpreis werden sicher auf regen Zuspruch stoßen

Am 14. November 1887 fuhr der erste Zug von Hornstorf, Abzweigbahnhof an der Strecke Wismar – Rostock, über Blankenberg (Station der Linie Schwerin – Bützow – Rostock), Sternberg und Borkow (heute Endpunkt einer Draisinenbahn) bis zu dem regionalen Eisenbahnknoten Karow (Meckl). Der letzte Personenzug ab Sternberg verkehrte im Mai 1998, Transporte zum Bundeswehrstandort Dabel sorgten bis 2006 für eine wenigstens sporadische Nutzung der Strecke. Nach Abzug der Soldaten aus Dabel hätten die wenigen Züge privater EVU’s – Umschlag von Düngemitteln vornehmlich in Brüel (Meckl) – sicher nicht ausgereicht, der Strecke eine Zukunft zu geben.  Die hat sie jetzt aber (wieder).

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